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von Sämlingen geeignet, was sich auch in der Praxis bestätigt hat.
Bereits erst mehrere Tage alte Sämlinge, die noch keine Stacheln gebildet hatten, konnten erfolgreich gepfropft werden.
Hierzu wird zunächst vom Sämling das untere Drittel inkl. Wurzel mit einem Skalpell entfernt. Dabei ist darauf zu achten, dass man den Sämling nicht quetscht, weder mit den Fingern, noch mit der Klinge. Ein Skalpell ist grundsätzlich einem auch noch so scharfen Messer vorzuziehen. Vom Hylocereus wird das Kopfstück abgetrennt und der Sämling wird sofort mittig aufgesetzt. Einen Versatz nach zur Seite empfehle ich nicht, der Durchmesser des Hylocereus ist nicht so groß, als dass die Leiterbahnen großartig von der Mitte abweichen werden. Sehen kann man übrigens die Leiterbahnen in diesem juvenilen Gewebe noch nicht.
Die Hylocereusunterlage sollte mehrere Tage vor der Pfropfung nicht mehr gegossen werden und das Substrat sollte abgetrocknet sein. Zu gut bewässerte Unterlagen werden den Pfröpflinge ansonsten durch Pflanzensaft aufschwemmen, es bildet sich ein Tropfen, der ihn hoch drückt und von der Unterlage löst - es findet keine Verbindung statt. Bei guter Vorbereitung werden Unterlage und Pfröpfling durch den Pflanzensaft miteinander verkleben und innerhalb weniger Stunden wird der Pfröpfling von der Unterlage versorgt. In den ersten Stunden sollte die Pfropfung bei niedriger Luftfeuchtigkeit liegen, im Anschluss empfehle ich, die Pfropfungen in ein Zimmergewächshaus zu stellen um so die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das ist unerlässlich, weil sonst der Pfröpfling vertrocknen wird. Bis deutliches Wachstum einsetzt, erkennbar an starker Stachelbildung, wird kein direktes Sonnenlicht gegeben, sondern schattiert.
Temperaturen über 20 Grad sind ebenfalls notwendig, optimale Ergebnisse hatte ich bei 24 Grad.
Weiterhin müssen sowohl Unterlage als auch Pfröpfling vor der Pfropfung im Wachstum gewesen sein, um einen Erfolg zu gewährleisten. Wachstum wird nach ca. 2 Wochen eintreten und dann kann normal weiterkultiviert werden. Typisch ist übrigens auch eine Rotfärbung des Sämlings, die sich später verwächst - es handelt sich also nicht um Chlorophyllstörungen oder Mutationen, sondern nur ein Übergangsphänomen. Warum das so ist oder was damit bezweckt wird, ist mir allerdings noch nicht bekannt.

Sowohl bei Eriocereus jusbertii als auch bei Hylocereus undatus konnte ich feststellen, dass sie als Unterlagen nicht vom Pfröpfling ausgelaugt werden. Ganz im Gegenteil, die Unterlagen sind sogar kräftiger geworden und haben an Durchmesser zugelegt. Diese Eigenschaft wird man bei Pereskiopsis nicht finden. Ich halte sie jedoch für wünschenswert, weil der Pfröpfling länger auf der Unterlage bleiben kann. Sämlingspfropfungen sollten allerdings immer nur Übergangspfropfungen sein, Irgendwann sollte der Pfröpfling bewurzelt werden und auf eigenen Füssen stehen. Von Tiefpfropfungen halte ich persönlich nicht so viel. Darunter versteht man, dass die Unterlage von vornherein relativ niedrig ist und beim Umpflanzen immer tiefer ins Substrat gesetzt wird und irgendwann ganz darin verschwindet.
Das ist unvorteilhaft, weil sie dann keine Photosynthese mehr betreiben kann und eine große Gefahr von Fäulnis besteht, die auf den Pfröpfling übergehen wird.
Interessant bei der Sämlingspfropfung ist, dass man bereits nach wenigen Monaten innerhalb einer Kreuzung erkennen kann, wie unterschiedlich die einzelnen Sämlinge in der Bestachelung ausfallen, je größer der verwendete Genpool der Eltern, desto spannender wird es, die Nachkommenschar zu beobachten.